Geologische Exkursionen in Böhmen (ausgefallen)


Anreise und Übernachtung erfolgt Privat.
Anmeldung und  Informationen zu den Exkursionen und den Treffpunkten bei Herrn Meier, Leiter des geologischen Arbeitskreises unter T. 0175 5550209, E-Mail: christof.meier.akgeologie@gmail.com oder nach der für die Interessierten kostenlosen Einführungs-Veranstaltung N0032T zu dieser Exkursion „Granite, Riffe, Trilobiten und Vulkane“ >am 21. Februar 2020 (19.30 - 21.00 Uhr).

Sie lernen das Gebiet der weltberühmten Prager Mulde, südlich von Prag kennen>. Dabei  werden zahlreiche Steinbrüche, Sand- und Ton­gruben, Burgfelsen, Weganrisse und Aussichtspunkte angefahren und zu Fuß die hier sichtbaren Gesteine, Fossilien, Strukturen und Phänomene erkundet, eingehend studiert und erklärt. 

Für wen sind diese Exkursionen gedacht? Sie wendet sich v. a. an geologisch, paläontologisch und landschaftsgeschichtlich interessierte Naturfreunde sowie an alle, die mehr über die Geologie unseres Nachbarlandes wissen wollen. Die Untersuchung und Beschreibung der weltberühmten paläozoischen Schichtfolge der Prager Mulde hat ganz entscheidend zur Entstehung des modernen geologischen Weltbildes beigetragen. Die Erforschung dieses Gebietes ist u. a. mit Persönlichkeiten wie J. W. von Goethe und dem Franzosen J. Barrande verknüpft. Diese Exkur­sionen sind auch als Weiterbildung für Erdkunde- und Biologielehrer sowie für andere Multi­plikatoren geeignet. Tiefer gehende geologische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich – nur Interesse und ein gewisses Durchhaltevermögen.
Was bekommt man zu sehen? Sie lernen eine Reihe von Gestei­nen, geologischen Erscheinungen, Mineralen und Fossilien kennen, die hier innerhalb der sog. Böhmischen Masse und der Prager Mulde auftreten. Das sind v. a. Sedimentgesteine, die teilweise sehr viele Fossilien enthalten, Metamorphite sowie vulkanische Bildungen, die zum sog. „Tepla-Barrandium“ zusammengefasst werden. Sie entstanden im Erdaltertum (Unterkambrium bis Mitteldevon), z. T. aber auch schon im jüngsten Proterozoikum und bauen das Gebiet zwischen Prag und Pilsen auf. Außerdem werden wir uns auch vergleichsweise junge quartäre Bildungen ansehen. Das Stadtgebiet von Prag wird aus zeitlichen Gründen ausgespart.

Programm:

Donnerstag:> Granit-Stbr. Höhenberg; Pfahl an der Burg Weißenstein; Granite und hochgradige Gneise der Böhmischen Masse im Böhmerwald; unterkambrischer Sdst. und Kongl. in Kardavec bzw. Čenkov bei Přibram; trilobitenreiche mittelkambrische Schiefer bei Jince; unterordovizischer Třenice-Sandstein und Mîlina-Hornstein (Tremadoc) bei Plešivec; Burgen Žebrák unnd Točnik auf unterordovizischem Sdst., Schiefer und Vulkaniten.
Freitag: Vitriolschiefer-Grube in jungproterozoischen Schwarzschiefern der „Präspilit-Serie“ bei Hromnice; gefältelter Phyllit und Sdst. der „Präspilit-Serie“ bei Žechlice und Nynice; andesitische Kissenlava bei Zvikovec an der Berounka; fossilreiche mittelkambrische Schiefer mit Trilobiten sowie oberkambrische Vulkanite bei Skryje an der Berounka; mittelkambrisches Mileč-Kongl. und fossilreicher Sdst. bei Tyřovice; Winkeldiskordanz zwischen jungproterozoischen Schiefern und mittelkambrischem Transgressions-Kongl.; jungproterozoische Vulkanite der „Spilit-Serie“ an der Čerkova Skála zwischen Nezabudice und Rotztocky im Berounka-Tal.
Samstag: Proterozoische Kieselschiefer an der Hadlická Skála in Hudlice bei Křivoklát; Burg Křivoklát im Berounka-Tal; jungproterozoische Griffelschiefer-Sdst.-Wechselfolge („Postspillitserie“) N’ Schloss Dobřiš und bei Voznice; Südrand der Prager Mulde im Stbr. Munišek-Řevnice; fosilreiche untersilurische Graptolithenschiefer von Třebaň und Klučice bei Karlstejn im Berounka-Tal mit paläozoischen Ganggesteinen; fossilreicher Kalkstein und Mergel (Silur/Devon-Grenze) am Budňany-Felsen bei Karlstejn; Burg Karlstejn von Kaiser Karl IV. (1348).
Sonntag: Riffkalk und Tiefwasserkalke in einem Straßenprofil vom Obersilur ins Unterdevon zwischen Karlstejn und Srbsko; altpaläozoisches Vulkanit-Profil von Spičatý Vrch zwischen Karlstejn und Beroun; unterdevonischer Crinoidenspatkalk und Riffkalk sowie neptunische Gänge im Zement-Stbr. von Zláty Kůň; mitteldevonischer Sdst. (Roblin-Member) im Kern der Prager Mulde bei Hostin; Karstquellen und pleistozäne bis holozäne Travertine von Svati Jan pod Skalon; pleistozäne Moldauschotter S’ Beroun.

Bitte mitnehmen: warme und regenfeste Kleidung, feste Schuhe, Schirm, Handtuch, einen Hammer (Geologen- oder Maurerhammer), eine 8- bis 10-fach vergrößernde Lupe (keine Briefmarkenlupe!), eine Schutzbrille und ein Fläschchen 8-%iger Salzsäure, Schreibzeug.
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Dipl.- Geol. Prof. Dr. Herbert Scholz, ehemaliger APL-Professor für Geologie am Lehrstuhl für Ingenieurgeologie der TU München
N0040T

Weitere Veranstaltungen von Dipl.- Geol. Prof. Dr. Herbert Scholz

Fr 13.03.20
19:30 - 21:00 Uhr
Kempten (Allgäu)