Der Eiszeitmensch im Allgäu

Eiszeit Safari Allgäu
Museen Kempten
Erfahren Sie mehr über die Chronologie, Siedlungslagen, Umwelt und Mobilität der Menschen während des späten Paläolithikums im Allgäu!

Leitung: Dr. Birgit Gehlen und Dr. Werner Schön

Es sind bisher 25 Fundstellen mit paläolithischer Besiedlung im Allgäu bekannt. Von zwei älteren Ausnahmen aus der Zeit der Neandertaler abgesehen, datieren sie alle in die letzte Phase der letzten Eiszeit. Es handelt sich daher meist über Siedlungsreste des modernen Homo sapiens sapiens. Einige davon datieren in eine Warmphase innerhalb des Spätglazials zwischen ca. 12500 und 11800 vor Christus. Kulturell können wir sie dem späten Magdalénien zuweisen, das zu dieser Zeit nicht nur in Frankreich, sondern auch in der Schweiz und in Süddeutschlnd verbreitet war. Zwei dieser Fundstellen liegen im Ammergebirge bei ca. 1770 m Höhe und sind somit auch die höchst gelegenen Plätze des späten Paläolithikums. Aus einer späteren Warmphase, dem sog. Alleröd-Interstadial zwischen ca. 11500 und 10800 v.Chr. sind weitere Fundstellen im Allgäu bekannt. Darunter ist das Abri „Unter den Seewänden“ bei Füssen-Weissensee (ca. 920 m NN), wo die einzige bisher stattgefundene wissenschaftliche Ausgrabung zum Paläolithikum stattfand. Sie wurde in den 1980er Jahren vom Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität zu Köln durchgeführt. Durch die 14C-Datierung (radiometrische Daten an Holzkohlen) mehrerer Feuerstellen konnte eine mehrmalige Nutzung des kleinen Schutzraums am Ende der Eiszeit nachgewiesen werden.

Weitere Fundstellen dieser Zeit liegen ebenfalls im Ostallgäu. Kulturell sehen wir Bezüge nach Südwestdeutschland, aber auch nach Norditalien. Auf eine Besiedlung während des ausgehenden Glazials und dem Übergang zum Holozän weisen bisher nur wenige Funde hin.

Besonders interessant sind die Ergebnisse der Untersuchungen zur Herkunft der Gesteinsrohstoffe, aus denen die Steingeräte hergestellt wurden. Sie weisen auf weitreichende Schweifgebiete und Kontaktgebiete hin. Die Hauptbewegungen der Menschen fanden danach zwischen dem Schweizer Mittelland, dem Donauraum, Vorarlberg und Tirol statt. Die Herkunft der Rohstoffe zeigt nicht nur die Nutzung der nördlichen Alpenregionen an, sondern auch deren Überquerung ist – zumindest für das Alleröd-Interstadial – nachweisbar.

Livestream: www.marstall-kempten.de und auf YouTube: @KemptenMuseum

Kartenreservierung: museen@kempten.de oder Tel 0831/2525-7777
Die Abendkasse ist ab 18.30 Uhr geöffnet.

Weitere Veranstaltungen im Rahmen der Sonderausstellung "Eiszeit Safari Allgäu" finden Sie hier! 
https://www.marstall-kempten.de

1 Abend, 20.03.2024
Mittwoch, 19:00 - 20:30 Uhr,
1 Termin(e)
Mi 20.03.2024 19:00 - 20:30 Uhr Kempten-Museum im Zumsteinhaus, Residenzplatz 31, 87435 Kempten (Allgäu)
Lehrteam
241.NN01.81
Preis: 5,00 €