Silvan Hecht, Koordinierungs- und Fachstelle Demokratie leben! Kempten
Was tun, wenn Rechtsextremismus versucht, sich im Alltag/Verein zu etablieren?
Rechtsextremismus ist längst kein Randphänomen mehr: Er zeigt sich im Alltag, in politischen Debatten, in Kommunen, Vereinen und digitalen Räumen. Aktuelle Studien wie z.B. die „Mitte-Studie“ belegen, dass rechtsextreme, demokratiefeindliche und menschenfeindliche Haltungen bis weit in die gesellschaftliche Mitte hinein verbreitet sind. Gleichzeitig gelingt es extrem rechten Akteur:innen zunehmend, ihre Positionen zu normalisieren – sei es durch kommunalpolitische Präsenz, gezielte Themenbesetzung oder Provokationen im öffentlichen Raum. Seit einigen Jahren befindet sich die organisierte extreme Rechte in Bayern in einer Phase unterschiedlicher Dynamiken und Bewegungen: Extrem rechte Parteien sind in Parlamenten vertreten und arbeiten dort an einem grundlegenden Umbau der Gesellschaft. Neurechte Bewegungen inszenieren sich zunehmend als breite Jugendbewegung. Neonazistischen Kleinstparteien gelingt es immer wieder, mit verschiedenen Themenfeldern öffentlich wirksam aktiv zu werden. Aus dem verschwörungsideologischen Milieu hat sich eine politische Bewegung entwickelt, die mit verschiedenen Strömungen am rechten Rand zusammenarbeitet.
Wie überall stellen sich auch in Kempten und der Region die Fragen: Wie erkennen wir Mechanismen der Normalisierung rechtsextremer Positionen? Welche Auswirkungen haben diese auf die politische Kultur vor Ort? Wie können wir im Verein oder im Ehrenamt souverän und handlungsfähig bleiben? Welche Strategien und Argumentationshilfen stärken demokratische Akteure im Umgang mit menschenverachtenden Äußerungen und Provokationen?
Diese wollen wir gemeinsam mit einem Mitarbeiter der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Ort der Demokratie“ diskutieren und versuchen, Antworten zu finden. Der Impulsvortrag mit anschließender Diskussion beginnt um 19:00 Uhr im Haus International, der Eintritt ist frei, es gilt ein Einlassvorbehalt.
Referent:innen: Die Referent:innen sind Mitarbeiter:innen des Büro Süd der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus in Bayern. Neben der Beratung von Menschen und Organisationen, die mit extrem rechten oder neonazistischen Vorfällen und Personen konfrontiert sind, gehört die Aufklärung über und die Sensibilisierung für Neonazismus, Rassismus und Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit zu den Kernaufgaben der Mobilen Beratung. Weitere Informationen unter: www.mbr-bayern.de.
Anmeldung: Eine Anmeldung über die Seite der VHS ist nicht erforderlich, wird jedoch zur besseren Planung und um sich einen Platz zu sichern empfohlen. Anmeldung unter: www.vhs-kempten.de.
Einlassvorbehalt: Die Veranstalter:innen behalten sich gem. Art. 10 Abs. 1 BayVersG vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.
Die Veranstaltung findet im Rahmen des Projekts Miteinander Kempten Gestalten statt und wird durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ gefördert.