Im frühen Kempten fanden Menschen, die unverschuldet in Not gerieten, meist Rückhalt im Sozialverband ihrer Familie oder bei den Handwerkszünften, die neben beruflichen Aufgaben umfangreiche soziale Unterstützung boten. Ohne solche Hilfen blieb nur die Hoffnung auf städtische Fürsorgeeinrichtungen: das Heiliggeistspital an der Illerbrücke, das zugleich Krankenhaus, Pfründneranstalt und Pilgerherberge war; die Siechenanstalt St. Stephan bei der heutigen Keck Kapelle, die Aussätzige versorgte; sowie die Armenpflege mit ihrer Bettelordnung und dem berüchtigten Zucht und Arbeitshaus.